Unser Streitschlichterprojekt

Streitschlichterausbildung für Drittklässler

20100519streitschlichterbueroStreitschlichter-AG. Aus dem Projekt „Regeln des Zusammenlebens“ ist die Arbeitsgemeinschaft für Drittklässler „Streitschlichtung“ entstanden. Nach den Herbstferien 2009 wurde sie mit 17 angehenden Streitschlichtern ins Leben gerufen. Nach erfolgreicher Streitschlichterausbildung (ca. Ende dieses Schuljahres), können die neuen Streitschlichter gemeinsam mit einer Lehrerin Streitschlichtergespräche durchführen.

 

Die Methode der Mediation (Vermittlung zwischen Streitenden)

Mediation unterscheidet sich von anderen Modellen der Konfliktlösung insbesondere dadurch, dass hier ein unparteiischer Dritter den beteiligten Parteien einen Rahmen schafft, in dem sie selbst an der Wiederherstellung oder Verbesserung ihrer Beziehung arbeiten und gemeinsam Win-Win Lösungen entwickeln können. Eine der schwierigsten Herausforderungen für den Mediator ist es daher, nicht zu werten, sich mit Lösungsvorschlägen zurückzuhalten und darauf zu vertrauen, dass die Beteiligten die besten Experten ihres eigenen Konfliktes sind. Mediation folgt einem Phasenmodell in fünf Schritten, jeder Phase entsprechend werden gezielte Gesprächstechniken eingesetzt.

 

1. Phase: Einführung. Erläuterung der Mediationsmethoden und der neutralen Rolle des Mediators. Einigung auf Grundregeln: nicht unterbrechen, keine Beleidigungen oder Tätlichkeiten, Vertraulichkeit.

2. Phase: Sichtweise der Konfliktparteien darstellen. Jeder stellt seine Wahrnehmung des Konfliktes dar. Der Mediator stellt Übereinstimmungen und Differenzen fest. Gesprächstechniken: spiegeln, zusammenfassen, wertneutral umformulieren.

3. Phase: Hintergründe des Konfliktes herausarbeiten. Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrundkonflikten. Herausarbeitung von Motiven und Gefühlen, Interessen, Wünschen und Befürchtungen. Der Mediator stellt direkte Kommunikation zwischen den Parteien (wieder) her. Techniken: wie in der 2. Phase sowie: Perspektivenwechsel

4. Phase: Entwicklung von Lösungsoptionen durch die Parteien. Techniken: Brainstorming. Die Lösungsoptionen werden auf ihre Realisierbarkeit hin bewertet.

5. Phase: Vereinbarungen formulieren. Die gewählten Lösungsschritte werden konkret formuliert und festgehalten (Was wird jede Partei wie und bis wann tun?) und z.B. durch Unterschrift oder Händedruck oder andere symbolische Handlungen bekräftigt.

 

Die Aufgabe des Mediators ist es, besonders in den ersten Phasen zu „dolmetschen“ und die Parteien darin zu unterstützen, von der Sachebene auf die Beziehungsebene, von Positionen zu Interessen zu gelangen.

Vorraussetzung einer erfolgreichen Mediation ist die Freiwilligkeit. Die Schüler müssen von sich aus bereit sein, ihre Konfliktsituation zu verbessern. Darum müssen die beiden Streitparteien sich beim Klassenlehrer oder Mediator melden und ihren Wunsch nach einem Gespräch anmelden. Nach der erfolgreichen Mediation vereinbaren die beiden Parteien noch einen erneuten Termin mit dem Mediator, der nach einer gewissen Zeitspanne stattfinden soll, um über die tatsächliche Umsetzung der Vereinbarungen zu sprechen. Waren die Lösungsvorschläge realisierbar oder verlangen sie nach einer Verbesserung?