Projekt "Regeln-des-Zusammenlebens"

Die Konfliktlotsen sind unterwegs

Zusätzliches Angebot der Streitschlichter im Pausenbetrieb

 

Streitschlichter-Projekt. Die Streitschlichter der Hans-Christian-Andersen Schule haben ein zusätzliches Angebot für alle Schüler unserer Schule ins Leben gerufen: Ab sofort bieten Streitschlichter ihre Hilfe als Konfliktlotsen in der Pause an.

In jeder ersten Hofpause befinden sich zwei Konfliktlotsen, die an den Leuchtwesten zu erkennen sind, auf dem Schulhof. Kommt es - wenn auch nicht wünschenswert, aber doch alltäglich - zu einem Streit, können die Konfliktlotsen in Anspruch genommen werden. Es kann ein erstes aufmunterndes oder vielleicht auch aufklärendes Gespräch miteinander geführt werden. Die Streitparteien können sich auch direkt für eine Streitschlichtung, die immer donnerstags in der 5. Unterrichtsstunde stattfindet, anmelden. In diesem Rahmen wird dann versucht eine Lösung des Konflikts zu finden. Am Streitschlichterbüro hängt der jeweils wochenaktuelle Konfliktlotsenplan.

Zur Zeit sind an der Hans-Christian-Andersen Schule 19 Kinder, die im letzten Schuljahr an der Streitschlichter-AG teilgenommen haben. Auch in diesem und in dem folgenden Halbjahr findet wieder eine Streitschlichter-AG für den 3. Jahrgang statt, in der Streitschlichter ausgebildet werden.

Sozialtraining in der Klasse 2a

Wie können wir uns mit anderen besser verstehen?

20101109sozialtraining1Klasse 2a. Nach den Herbstferien besuchte die Schulpsychologin Frau Weidner im Rahmen des Sachunterrichts die Klasse 2a. Sie begann mit der Durchführung eines Sozialtrainings, welches sie in anderen Klassen schon erfolgreich erprobt hatte.
Zunächst ging es um die Frage: Wie können wir uns mit anderen, besonders mit den Kindern in unserer Klasse, besser verstehen? 20101109sozialtraining2Die Zweitklässler waren mit Eifer bei der Sache und berichteten offen über ihre Erlebnisse und Probleme.Dabei wurde von Frau Weidner hervorgehoben, wie wichtig es ist, bei Konflikten den Mut zu haben, über das, was den einzelnen bedrückt, zu sprechen. Im zweiten Schritt wurde überlegt, wie man Konflikte in der Klasse vermeiden kann. Gemeinsam wurden „Regeln des Zusammenlebens“ formuliert, auf einem Plakat festgehalten und von allen Kindern unterschrieben. Die Beachtung der Regeln kann ein wichtiger erster Beitrag zu einem guten sozialen Klima in der Klasse sein.
(AW)

Unser Streitschlichterprojekt

Streitschlichterausbildung für Drittklässler

20100519streitschlichterbueroStreitschlichter-AG. Aus dem Projekt „Regeln des Zusammenlebens“ ist die Arbeitsgemeinschaft für Drittklässler „Streitschlichtung“ entstanden. Nach den Herbstferien 2009 wurde sie mit 17 angehenden Streitschlichtern ins Leben gerufen. Nach erfolgreicher Streitschlichterausbildung (ca. Ende dieses Schuljahres), können die neuen Streitschlichter gemeinsam mit einer Lehrerin Streitschlichtergespräche durchführen.

 

Die Methode der Mediation (Vermittlung zwischen Streitenden)

Mediation unterscheidet sich von anderen Modellen der Konfliktlösung insbesondere dadurch, dass hier ein unparteiischer Dritter den beteiligten Parteien einen Rahmen schafft, in dem sie selbst an der Wiederherstellung oder Verbesserung ihrer Beziehung arbeiten und gemeinsam Win-Win Lösungen entwickeln können. Eine der schwierigsten Herausforderungen für den Mediator ist es daher, nicht zu werten, sich mit Lösungsvorschlägen zurückzuhalten und darauf zu vertrauen, dass die Beteiligten die besten Experten ihres eigenen Konfliktes sind. Mediation folgt einem Phasenmodell in fünf Schritten, jeder Phase entsprechend werden gezielte Gesprächstechniken eingesetzt.

 

1. Phase: Einführung. Erläuterung der Mediationsmethoden und der neutralen Rolle des Mediators. Einigung auf Grundregeln: nicht unterbrechen, keine Beleidigungen oder Tätlichkeiten, Vertraulichkeit.

2. Phase: Sichtweise der Konfliktparteien darstellen. Jeder stellt seine Wahrnehmung des Konfliktes dar. Der Mediator stellt Übereinstimmungen und Differenzen fest. Gesprächstechniken: spiegeln, zusammenfassen, wertneutral umformulieren.

3. Phase: Hintergründe des Konfliktes herausarbeiten. Unterscheidung zwischen Vorder- und Hintergrundkonflikten. Herausarbeitung von Motiven und Gefühlen, Interessen, Wünschen und Befürchtungen. Der Mediator stellt direkte Kommunikation zwischen den Parteien (wieder) her. Techniken: wie in der 2. Phase sowie: Perspektivenwechsel

4. Phase: Entwicklung von Lösungsoptionen durch die Parteien. Techniken: Brainstorming. Die Lösungsoptionen werden auf ihre Realisierbarkeit hin bewertet.

5. Phase: Vereinbarungen formulieren. Die gewählten Lösungsschritte werden konkret formuliert und festgehalten (Was wird jede Partei wie und bis wann tun?) und z.B. durch Unterschrift oder Händedruck oder andere symbolische Handlungen bekräftigt.

 

Die Aufgabe des Mediators ist es, besonders in den ersten Phasen zu „dolmetschen“ und die Parteien darin zu unterstützen, von der Sachebene auf die Beziehungsebene, von Positionen zu Interessen zu gelangen.

Vorraussetzung einer erfolgreichen Mediation ist die Freiwilligkeit. Die Schüler müssen von sich aus bereit sein, ihre Konfliktsituation zu verbessern. Darum müssen die beiden Streitparteien sich beim Klassenlehrer oder Mediator melden und ihren Wunsch nach einem Gespräch anmelden. Nach der erfolgreichen Mediation vereinbaren die beiden Parteien noch einen erneuten Termin mit dem Mediator, der nach einer gewissen Zeitspanne stattfinden soll, um über die tatsächliche Umsetzung der Vereinbarungen zu sprechen. Waren die Lösungsvorschläge realisierbar oder verlangen sie nach einer Verbesserung?

Projekt "Regeln des Zusammenlebens"

Soziale Spielregeln für respektvollen Umgang

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Projekt "Regeln des Zusammenlebens". Mit Beginn dieses Schuljahres 2009/2010 startete die Hans-Christian-Andersen Schule das Projekt „Regeln des Zusammen-Lebens“. Hierbei werden wir intensiv betreut von Frau Weidner, Mitarbeiterin des schulpsychologischen Dienstes.
 

Die dabei angewandten Methoden beziehen sich auf das soziale System einer ganzen Klasse bzw. der gesamten Schule. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei unterstützt, soziale Spielregeln für einen respektvollen Umgang miteinander zu lernen. Dieses Projekt soll dazu beitragen, Schülern Werte, Arbeitshaltungen und soziale Spielregeln zu vermitteln, durch den Aufbau tragfähiger persönlicher Beziehungen die Lernmotivation von  Schulklassen zu steigern, das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt von Schulklassen zu stärken, soziale und emotionale Kompetenz zu trainieren und Konflikte konstruktiv zu lösen.

 

Die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens sind die folgenden:

1. Ich verletze niemanden mit Worten oder Gesten.

2. Ich tue niemandem körperlich weh.

3. Ich nehme anderen nichts weg.

 

Da es im Alltag immer Situationen gibt, in denen diese Regeln gebrochen werden und Schüler unterschiedliche „Schmerzgrenzen“ besitzen, gibt es eine zusätzliche Regel, die den Schülern Definitionsmacht gibt und Respekt verschafft: eine STOPP-Regel. Diese soll den Schülern die Möglichkeit geben: 

  • deutlich zu machen, wo der Spaß aufhört und der Ernst beginnt.
  • aus heftiger werdenden Spielen auszusteigen, wenn es ihnen zu viel wird.
  • ihre Grenzen selbst zu bestimmen, und zwar situations- und geschlechtsabhängig.
  • sich gewaltfrei gegen wiederholte Übergriffe und Verletzungen zu wehren und verletzte Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken.

 

Zur Verwirklichung dieser Möglichkeit benötigt eine Stopp-Regel drei Elemente: Ein STOPP-Signal, eine Verhaltensanweisung und Konsequenzen bei Regelverletzungen.